WOHNMÄRCHEN
Keine teure Märchenstunde auf Kosten des Wohnraums

NEIN ZUR AKTIVEN BODENPOLITIK

 Teuer ohne Mehrwert

Die Stadt soll Liegenschaften im grossen Stil aufkaufen, um sie anschliessend günstiger zu vermieten. Dafür sollen über 330 Millionen Franken eingesetzt werden. Das entspricht rund 7'630 Franken pro Haushalt in der Stadt Luzern. Dieses Geld muss von der Bevölkerung finanziert werden – über höhere Steuern oder den Abbau von Leistungen. Gleichzeitig profitieren nur rund 2% von diesen städtischen Wohnungen, weil sie an Einkommens- oder Vermögensgrenzen gebunden sind. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung bezahlt – ohne selbst je davon zu profitieren.

Wartelisten statt Wohnungsmarkt
Wenn Wohnungen deutlich günstiger vermietet werden, entstehen Wartelisten. Mieterinnen und Mieter bleiben länger in solchen Wohnungen, auch wenn sich ihre Lebenssituation verändert hat. Wohnungen werden dadurch seltener frei. Vor allem junge Menschen, Familien, Studierende und Personen, die neu in die Stadt ziehen, haben dadurch noch schlechtere Chancen auf eine Wohnung.

Mehr Staat – weniger Wohnungen
Die Vorlagen geben der Stadt ein weitreichendes Vorkaufsrecht. Wenn eine Liegenschaft verkauft wird, kann die Stadt jederzeit selbst in den Kauf eintreten. Für Investoren entsteht dadurch grosse Unsicherheit. Bauprojekte sind langfristige Investitionen mit hohen Risiken. Wenn nicht mehr klar ist, ob eine Liegenschaft später frei verkauft werden kann, sinkt die Bereitschaft zu investieren. Dabei stammen rund 80 % der Investitionen in den Schweizer Hochbau aus der Privatwirtschaft. Wenn privates Kapital abgeschreckt wird, entstehen weniger Bauprojekte – und damit auch weniger neue Wohnungen.